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AWD Holding vorerst nicht kaufen


28.11.2001
Die Telebörse-online

Die Analystin Dania Jelonek von "Die Telebörse-online" rät vorerst nicht in die Aktie AWD Holding AG (WKN 508590) zu investieren.

Der Umsatz von AWD sei im 3. Quartal lediglich um eine Million Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Steuern sei von acht auf 13 Millionen Euro geklettert. Für AWD-Vorstand Carsten Maschmeyer begründe dies mit der Verunsicherung nach den Terroranschlägen. Im gesamten Neunmonatszeitraum aber sei der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,8 Prozent auf 271,2 Millionen Euro gestiegen und das Ergebnis nach Steuern habe sich um 164,5 Prozent auf 25,2 Millionen Euro verbessert.

Maschmeyer sei zuversichtlich, das Geschäftsjahr 2001 mit einem zweistelligen Ergebniswachstum abzuschließen. Um das Wachstumsziel zu erreichen, seien kurzfristig Kostensparmaßnahmen verordnet worden. Traditionell steige der Umsatz im 4. Quartal nochmals kräftig an, da in den letzten Monaten des Jahres Produkte mit hohen Margen – wie geschlossene Fonds und andere steuersparende Anlagen – im Vordergrund stünden.


Ob die Rechnung auch in diesem Jahr aufgehe, bleibe abzuwarten. Der Grund: In den 90ger Jahren habe sich AWD einen schlechten Ruf durch den Verkauf geschlossener Immobilienfonds eingebrockt. Mit gezielten Maßnahmen zur Imagepflege sollte dieses Manko behoben werden. Seit Frühjahr letzten Jahres dürften Berater Kunden erst nach einer hausinternen Ausbildung beraten.

Doch AWD scheine nicht zur Ruhe zu kommen: Zum dritten Mal binnen der letzten drei Wochen sei der Konzern zu Schadensersatz verurteilt worden. Der Vorwurf: beim Verkauf des Dreiländer-Fonds von Kapital-Consult, einem der größten geschlossenen Immobilien-Fonds, hätten AWD-Berater weder Fondsprospekte weitergegeben noch auf die Risiken des Fonds hingewiesen.

Analysten würden befürchten, dass auf AWD, der rund 70 Prozent der insgesamt 20.000 Verträge abgeschlossen habe, weitere Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe zukommen würden. Sollten sich die Kunden nicht nur aufgrund der Terroranschläge, sondern auch aufgrund der Schadensersatzprozesse verunsichert fühlen, könnte das Wachstum im vierten Quartal geringer ausfallen als von Maschmeyer erhofft.

Aufgrund dieses Risikofaktors sollten Anleger vorerst nicht in die AWD-Aktie investieren, meint die Analystin von "Die Telebörse-online".




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